Lion Feuchtwanger: Exil

Lion Feuchtwangers Roman Exil ist der dritte Band der Wartesaaltriologie. Entstanden ist er von 1935 bis 1939, erschien aber erst 1940.
Auch hier zeigt sich mal wieder, wie geschickt Lion Feuchtwanger es versteht unterschiedliche Geschichten zu einer einzigen Handlung zusammen zu bringen. Mehrere Existenzen laufen in diesem Roman gleichzeitig ab. Zwei Seiten werden intensiv gezeigt. Zum einen die Seite des „neuen Deutschlands“, d. h. der Vertreter des nationalsozialistischen Regimes in Paris mit all ihren Erbärmlichkeiten und Widerwärtigkeiten, allen voran ihren Versuchen die „PN“, eine Zeitung, welche von Emigranten gegründet wurde, zu zerstören, und zum anderen die Seite der Emigranten, die den sehr schwierigen Alltag eines solchen Lebens in der Emigration zeigt.

Sepp Trautwein lebt zu Beginn des Romans schon zwei Jahre in Paris. Der jüdische Komponist floh mit seiner Familie von München vor den Nazis. Als Friedrich Benjamin, der Redakteur der „PN“, den Auftrag erhält für einige Tage nach Basel zu verreisen, bittet er Trautwein in dieser Zeit seinen Posten als Redakteur zu übernehmen. Es stellt sich jedoch raus, dass die Fahrt nach Basel für Benjamin eine Falle gewesen ist. Er wird von den Nazis in der Schweiz entführt und über die Grenze nach Deutschland verschleppt.
Als die Nachricht von Benjamins Verschleppung bekannt wird, arbeitet Trautwein noch intensiver in der Redaktion der „PN“ als er das bis zu diesem Zeitpunkt eh schon tat. Er kämpft mit allen publizistischen Mitteln für Friedrich Benjamins Freilassung.

Ein Gegenspieler Trautweins ist der intelligente und begabte nationalsozialistische Publizist Erich Wiesener, der in einer Beziehung zur „Halbjüdin“ Lea de Chasseffierre steht und mit der er einen gemeinsamen Sohn, Raoul, hat. Durch diese Beziehung lebt er im Widerspruch zu der, von ihm vertretenen, Ideologie. Da er weiß, dass er für beide Seiten durch diesen Fakt, angreifbar ist und dadurch seine Stellung innerhalb der Machthierarchie der Nazifunktionäre in Paris gefährdet ist, entwickelt er einen Plan zur „Liquidierung“ der „PN“.
Der jüdische Geschäftsmann Gingold, der die „PN“ finanziert, wird dabei indirekt mit eingespannt, da er sich von einem Angebot überzeugen lässt, das ihm finanzielle Mittel zur verspricht, wenn er den politischen Kurs der „PN“ abschwächt bzw. ganz ablegt. Das dahinter die Machenschaften Wieseners stecken, ahnt zu diesem Zeitpunkt niemand. Gingold verliert aber über dieses „Unternehmen“ zunehmend die Kontrolle und wird selbst zum Handlanger der Nazis, da er seine, in Deutschland wegen „Rassenschande“ verhaftete Tochter, retten möchte. Somit entlässt er Trautwein, der sich in den letzten Monaten durch ausdrucksstarke und politische Artikel einen Namen gemacht hat. Kurz darauf nimmt sich Trautweins Frau, die bisher den Lebensunterhalt der Familie allein bestritten und das Angebot ihres Chefs, mit nach London zu gehen, abgelehnt hat, das Leben. Auf Grund der Entlassung Trautwein verlassen auch alle anderen Journalisten die „PN“ und gründen eine neue Zeitung.
Trautwein schreibt wieder vermehrt musikalische Kompositionen. Seine Erfahrungen, der Befreiungskampf um Friedrich Benjamin, der Tod seiner Frau und seines Freundes Harry Meisel, veranlassen ihn dazu. Zunehmend wird er mit diesen Kompositionen immer erfolgreicher. Lea trennt sich von Weisener und veranstaltet kurz darauf in ihrem Haus ein Konzert für Trautwein. Sie spendet einen Teil der neu gegründeten P. D. P. . Kurz darauf wird Friedrich Benjamin freigelassen…

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